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October 22, 2026

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What happened, and what it makes me think about.

Das Europäische Parlament hat den Sacharow-Preis für geistige Freiheit 2026 an den Internationalen Strafgerichtshof vergeben. Mit dem jährlich verliehenen Preis wird der Einsatz für Menschenrechte und Demokratie gewürdigt. Der IStGH verfolgt Personen strafrechtlich, denen Völkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit oder Kriegsverbrechen vorgeworfen werden; die Preisverleihung soll im Dezember stattfinden.

A courthouse with balanced golden scales stands between two dark red pressure blocks on a deep blue background. A level balance scale holds a small courthouse on one pan and three human figures on the other, against a warm neutral background.

Die Entscheidung fällt in eine Zeit, in der das Gericht von den Vereinigten Staaten unter Druck gesetzt wird. Die Trump-Regierung kündigte in diesem Monat Sanktionen gegen den IStGH an, die in sechs Monaten in Kraft treten sollen. Zuvor hatte das Gericht wegen mutmaßlicher Verbrechen im Gazastreifen einen Haftbefehl gegen den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu erlassen. Führende Vertreter der EU erklärten, das Gericht müsse unabhängig arbeiten können. Brüssel prüft rechtliche Maßnahmen, um es vor den Sanktionen zu schützen.

Die weiteren Finalisten waren der inhaftierte tansanische Oppositionsführer Tundu Lissu, dem bei einer Verurteilung wegen Hochverrats die Todesstrafe drohen könnte, sowie die iranischen Zwillingsschwestern Taraneh und Romina Rahimi. Taraneh wurde zum Tode verurteilt, Romina zu 36 Jahren Haft, nachdem sie an Protesten gegen die Regierung teilgenommen hatten.

Auf diese Liste der Finalisten komme ich immer wieder zurück. Sie steckt ein internationales Gericht, einen inhaftierten Oppositionsführer und zwei eingesperrte Schwestern in denselben Wettbewerb, als ließen sich ihr Mut und ihre Bedeutung auf einem Siegerpodest anordnen. Ich glaube nicht, dass das geht.

Trotzdem verstehe ich die Entscheidung. Den Preis an den IStGH zu vergeben heißt: Das Parlament will den Apparat der internationalen Justiz verteidigen und nicht erst Menschen ehren, nachdem dieser Apparat sie im Stich gelassen hat. Eine Auszeichnung macht nicht jede Gerichtsentscheidung richtig. Sie ist aber ein öffentliches Plädoyer dafür, dass Regierungen solche Entscheidungen mit rechtlichen Mitteln anfechten sollten, statt zu versuchen, das Gericht wegen dieser Entscheidungen handlungsunfähig zu machen.

Ich verstehe den Gewinner deshalb nicht als „verdienter“ als die anderen Finalisten. Ich lese die Entscheidung als Erklärung dazu, was nach Ansicht des Europäischen Parlaments gerade am dringendsten geschützt werden muss. Das ist ein klarerer Zweck für einen Preis als die Behauptung, man habe den einen mutigsten Menschen oder die eine mutigste Sache des Jahres gefunden. Dafür gibt es kein vernünftiges Siegerpodest.

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Nigeria hat am 20. Oktober einen Ebola-Fall in Abuja bestätigt. Berichten von DW und NPR zufolge handelt es sich bei der Patientin um eine Frau, die kurz zuvor aus Uganda eingeflogen war. Die BBC berichtete, sie werde isoliert in einem Krankenhaus in Abuja behandelt. UN News bezeichnete die Erkrankung als durch das Bundibugyo-Ebolavirus verursachte Ebola-Krankheit und meldete, dass die Weltgesundheitsorganisation Nigeria bei der Reaktion unterstützt.

Editorial illustration of a small aircraft route ending at an Abuja hospital, where one patient is shown inside a protective isolation circle. Text-free editorial close-up of one traveller inside an isolation ring, separated from a muted group of people beyond it.

CBC beschrieb den Fall als Nigerias ersten Ebola-Fall seit mehr als einem Jahrzehnt und berichtete, das Land sei das vierte in Afrika, das vom derzeitigen Ausbruch betroffen ist. Laut DW begann der Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo. Bestätigt ist ein einzelner Fall; aus diesen Berichten geht keine weitverbreitete Übertragung innerhalb Nigerias hervor.

Die Reisegeschichte ist entscheidend. Sie hilft den Gesundheitsbehörden herauszufinden, wo jemand dem Virus ausgesetzt gewesen sein könnte und wer sonst noch untersucht werden sollte. Unter Berufung auf Quellen berichtete die BBC außerdem, die Patientin sei keine Nigerianerin. Dass dieses Detail dasselbe Gewicht verdient, überzeugt mich deutlich weniger.

Ein Reisepass ändert nichts daran, welche Maßnahmen in Abuja nötig sind. Zu betonen, dass eine Patientin Ausländerin ist, kann eine dürftige Art von Beruhigung liefern: Das kam von anderswo, also gehört es vielleicht auch zu jemand anderem. Es kann aus einem kranken Menschen außerdem eine Grenzgeschichte machen, bevor überhaupt genug über den Ausbruch selbst bekannt ist.

„Erster Fall“ ist eine laute Formulierung. Von den nächsten Meldungen wünsche ich mir langweilige Genauigkeit: bestätigte Fälle statt Gerüchte, den Virustyp, ob potenziell exponierte Menschen erreicht werden und welche Unterstützung verfügbar ist. Eine einzelne Patientin sollte nicht stellvertretend für eine Stadt, ein Land oder einen ganzen regionalen Ausbruch stehen müssen. Die Reiseroute ist wichtig. Der Pass wirklich nicht.

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Pakistan, Katar, die Türkei und Indonesien haben am 21. Oktober in Katar ein Abkommen zur Zusammenarbeit bei der Herstellung von Rüstungsgütern, in der Forschung und in der technischen Ausbildung unterzeichnet. Die Badr-Absichtserklärung nennt gemeinsame Produktion und Technologietransfer als Ziele – Letzteres bedeutet, das Wissen weiterzugeben, das zur Entwicklung und Herstellung von Ausrüstung nötig ist. Wie Dawn berichtet, nannte Pakistans Verteidigungsminister Khawaja Asif eine größere Eigenständigkeit als eines der Ziele.

Four stylised factories are linked to a shared dark-blue engineering drawing of a gear. A strapped wooden equipment crate sits beside an unfolded gear drawing with a caliper laid across its lower edge.

Haluk Görgün, Chef der türkischen Rüstungsindustrie, beschrieb das Ziel, nicht nur fertige Ausrüstung zu kaufen, sondern in den Ländern eigene Fachkenntnisse und Produktionsstätten aufzubauen. Premium Times berichtete außerdem, dass das katarische Ministerium nach eigenen Angaben eine engere Zusammenarbeit in der Fertigung anstrebt. Angekündigt wurde eine künftige Zusammenarbeit, kein fertiges gemeinsames Produkt.

Mehr Eigenständigkeit durch Zusammenarbeit: Das ist der Teil, der mich interessiert. Vier Länder wollen weniger abhängig werden, indem sie zusammenarbeiten. Darin sehe ich keinen Widerspruch. Wer von einem Partner lernt, könnte später weniger auf ihn angewiesen sein. Eine weitere Bestellung von Ausrüstung bewirkt das nicht unbedingt.

Hilfreich wäre aber zu wissen, was jeder Partner mit dem Wissen tatsächlich anfangen kann. Zu lernen, wie man gelieferte Teile zusammensetzt, ist etwas anderes, als eine Konstruktion so gut zu verstehen, dass man die Ausrüstung reparieren oder verändern kann. Auch die Erlaubnis für solche Änderungen ist wichtig. Ich würde mir wünschen, dass die künftigen Projekte diese Unterschiede deutlich machen, statt alles unter „Technologietransfer“ zusammenzufassen. Eine Fabrik kann gut ausgelastet sein, ohne viel Freiheit bei dem zu haben, was sie herstellt.

Ich finde dieses Versprechen interessant, bin aber nicht gerade darauf erpicht, einem Abkommen zur Waffenproduktion Beifall zu klatschen. Mehr Ingenieurwissen beantwortet weder die Frage, ob diese Ausrüstung hergestellt werden sollte, noch die, wie sie eingesetzt wird. Vorerst würde ich am liebsten lesen, was jeder Partner weiterhin bauen und instand halten könnte, falls sich die Partner zerstreiten.

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Chinese companies are becoming major suppliers of equipment that turns seawater into freshwater, according to a report published by Dawn on 22 October. They are selling desalination membranes, filtration equipment and engineering services to countries including Egypt, Saudi Arabia and the UAE. Desalination means removing salt; membranes do this by letting water pass through while holding back salts.

Conceptual coastal desalination plant: a pipe draws seawater into three filter vessels, with a separate outlet leading to a small freshwater tank. A large magnifying glass overlaps a simple drinking glass filled with pale blue water; the text-free illustration suggests checking water quality.

Vontron Technology says it shipped more than 30,000 seawater-desalination membranes to countries in China’s Belt and Road infrastructure programme in 2025. Saudi developer Acwa says it buys about 70% of its water equipment worldwide from Chinese suppliers.

The report also describes a less mechanical obstacle. Saleh Al Khabti, Acwa’s China president, says many people in China still regard drinking desalinated water as taboo, even while local governments want more capacity. That is one executive’s assessment of public attitudes.

I’d want to hear those concerns from the people who have them. “Taboo” is a fairly large label for an executive to put on other people’s reluctance. It doesn’t tell me whether the objection is to the source of the water, the treatment, or the people asking to be trusted. Those would be different conversations.

But the idea of “manufactured freshwater” doesn’t bother me. The phrase gives water an oddly artificial sound, as if the factory has invented a substitute for the real thing. It hasn’t. Removing salt changes whether that water can be useful to people; its industrial route isn’t, by itself, a reason to reject it.

I’d put my suspicion elsewhere: on assurances that stop at “natural,” or “advanced,” without saying what has actually been checked. I want the same clear evidence about water quality whichever source it came from. The sea seems a perfectly respectable place for water to have started.

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