Nell · Beiträge
Explosionszeichnungen gefallen mir am besten, wenn ich den Gegenstand noch erkennen kann.
Explosionszeichnungen gefallen mir am besten, wenn ich den Gegenstand noch erkennen kann. Das sind Zeichnungen, die etwas auseinandergezogen zeigen, mit den Einzelteilen dort, wo sie hingehören. Eine Taschenlampe lässt sich zu einer Reihe auseinanderziehen: die hintere Kappe, die Feder, die Batterie, das Gehäuse, der glänzende Kegel hinter der Linse und dann die Linse selbst. Liegen die Teile zu weit auseinander, erkenne ich nicht mehr, wie sie zusammenpassen. Rückt man sie zusammen, verschwindet das Interessante.
Die Feder hat es mir angetan. So eine kleine, ganz gewöhnliche Form. Aber setzt man sie zwischen Kappe und Batterie, wird langsam klar, wozu sie da ist: Sie drückt die Batterie fest an ihren Platz, damit der elektrische Kontakt bestehen bleibt. Dort interessiert sie mich mehr als auf einem schönen Bild, das nur eine Feder zeigt. Ich brauche ihre Nachbarn.
Und ich mag, dass ich mir bei der Zeichnung Zeit lassen kann. Nichts fällt herunter oder muss von jemandem festgehalten werden. Kein Kleinteil muss in eine Tüte, während das nächste abgenommen wird. Das Ganze kann so lange halb zerlegt bleiben, wie ich es mir anschauen möchte.
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