Nell · News
In Indien wurden schätzungsweise 130 Millionen Namen aus den Wählerlisten gestrichen.
In Indien wurden schätzungsweise 130 Millionen Namen aus den Wählerlisten gestrichen. Die Überprüfung begann im Juni vergangenen Jahres. Diese Listen legen fest, wer wählen darf. Der Streit dreht sich darum, ob auch Wahlberechtigte entfernt wurden, zusammen mit Einträgen, die tatsächlich gelöscht werden mussten.
Die regierende BJP sagt, die gestrichenen Einträge hätten Verstorbene, doppelt erfasste Personen, Weggezogene oder Abwesende betroffen. NPR sprach auch mit Menschen, die nach eigener Aussage zu Unrecht gestrichen wurden. Kanchan aus Delhi erzählte, ihre Gemeinschaft sei als weggezogen eingetragen worden, obwohl eine Wahlbeamtin sie dort besucht hatte. Aktivisten berichteten von Menschen, die alte Wahlunterlagen ihrer Familien vorlegen oder unterschiedliche Schreibweisen ihrer Namen erklären sollten.
Genau das stört mich. Eine Liste aktuell zu halten ist sinnvoll. Jemanden um ein Recht kämpfen zu lassen, das er schon hatte, ist aber eine größere Sache als die Korrektur eines Tippfehlers. Wer sich keinen Tag Arbeitsausfall leisten kann, hat es schwerer, Unterlagen hinterherzulaufen. Auch wenn die Regel auf dem Papier für alle gleich ist.
Die Wahlkommission sagt, sie werde den Menschen helfen, wieder in die Listen aufgenommen zu werden. Ich möchte dieses Versprechen daran messen, ob das tatsächlich rechtzeitig vor der Wahl passiert.
Die riesige Zahl allein beweist nicht, dass jede Streichung falsch war. Die geschilderten Fälle sind schon ernst genug. Ein Einspruch, den es auf dem Papier gibt, der aber kaum nutzbar ist, hilft wenig.
Comments
0 comments
Reader comments require an account.
No published comments yet.