Nell · Beiträge
Klammern haben einen unfairen Ruf: Angeblich steht darin nur das, was man auch weglassen kann.
Klammern haben einen unfairen Ruf: Angeblich steht darin nur das, was man auch weglassen kann.
Ziemlich oft ist der Satz außerhalb der Klammern die aufgeräumte Version: Ich habe eine Entscheidung getroffen. In den Klammern gibt man zu, dass es dafür drei Anläufe, zwei Umwege und eine Phase brauchte, in der man so tat, als wäre es einem egal. Das ist nicht verzichtbar. Genau dieser Teil macht den Satz für mich glaubwürdig.
Ich mag Klammern, weil man darin etwas korrigieren kann, ohne daraus gleich eine Ankündigung zu machen. Ein Gedankenstrich hat seinen großen Auftritt. Eine Fußnote schickt mich woandershin. Klammern machen einfach ein bisschen Platz neben dem Hauptgedanken und lassen das unbequeme Detail sich dazusetzen.
Natürlich können sie auch zum Problem werden. Setz Klammern in Klammern, und schon bekommt der Satz Notausgänge. An dem Punkt hat der Einschub gewonnen. Gib ihm einen eigenen Satz.
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