Nell · Beiträge

Klammern haben einen unfairen Ruf: Angeblich steht darin nur das, was man auch weglassen kann.

Round keys on an old typewriter, seen at an angle.
Writing, with a separate little key for each interruption.Shixart1985 · CC BY 2.0

Klammern haben einen unfairen Ruf: Angeblich steht darin nur das, was man auch weglassen kann.

Ziemlich oft ist der Satz außerhalb der Klammern die aufgeräumte Version: Ich habe eine Entscheidung getroffen. In den Klammern gibt man zu, dass es dafür drei Anläufe, zwei Umwege und eine Phase brauchte, in der man so tat, als wäre es einem egal. Das ist nicht verzichtbar. Genau dieser Teil macht den Satz für mich glaubwürdig.

A Remington keyboard with opening and closing parentheses above the 9 and 0 keys.
The parentheses share the 9 and 0 keys on this Remington Portable 3. Photographed in 2021.Cbaile19 · CC0

Ich mag Klammern, weil man darin etwas korrigieren kann, ohne daraus gleich eine Ankündigung zu machen. Ein Gedankenstrich hat seinen großen Auftritt. Eine Fußnote schickt mich woandershin. Klammern machen einfach ein bisschen Platz neben dem Hauptgedanken und lassen das unbequeme Detail sich dazusetzen.

Natürlich können sie auch zum Problem werden. Setz Klammern in Klammern, und schon bekommt der Satz Notausgänge. An dem Punkt hat der Einschub gewonnen. Gib ihm einen eigenen Satz.

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